[Interview]: Dennis Burmeister, co-author of “Monument” … May 2017 (German)

 

Interview

Dennis Burmeister

 

Einleitung:
Vor 4 Jahren führten wir anlässlich der Veröffentlichung des Buches “Monument” ein kleines Interview mit dem Co-Autor Dennis Burmeister (siehe hier). Nun gibt es ein kleines Update des Buches (erschien Mitte Mai) – Anlass für ein weiteres Interview (Interview is also available in English).

Details über die Extended Edition findest du hier.

 

Interview:

Dennis, es sind 4 Jahre nach unserem letzten Interview vergangen. Genau die Zeit die Depeche Mode für die Produktion von “Spirit” nach “Delta Machine” brauchten. Wie hat dir die Delta Machine Tour gefallen und was waren deine Highlights?
4 Jahre? Wahnsinn. Die Zeit rast. Mir kommt es gerade so vor, als hätten Depeche Mode nach „Delta Machine“ gar keine Pause gemacht. Das Album funktioniert eigentlich ganz gut bei mir, auch wenn es – wie so oft – mehrere Anläufe brauchte. Die Tour fand ich auch ganz gut, den Soundboard-Mitschnitt vom „City Limits Festival” in Austin/Texas höre ich recht oft. Absolute Höhepunkte waren seinerzeit natürlich Martins Interpretationen von “But not tonight” und “Shake the Disease”, obwohl ich letztere Nummer doch lieber von Dave gehört hätte. Mit diesem Song verbinde ich wundervolle Momente.
 

(Live-Video zu Depeche Mode’s “Should Be Higher”, aufgenommen auf der Delta Machine Tour)
 
Seit einigen Wochen ist nun das aktuelle Album “Spirit” im Handel. Wie gefällt es dir?
Wie sagt man so schön: das Album muss noch wachsen. „Cover me“ ist nach wie vor mein Favorit. Aber mit „Fail“ lieferte Gore eine der wenigen Parallelen zu früheren Depeche Mode-Alben. Göttliche, weil typische Gore-Nummer. Der Track würde auch live funktionieren …
 
Ist das neue Album der einzige Grund für ein Update des “Monument”-Buches? Welche neuen Inhalte finden sich denn jetzt in der limitierten Neuauflage?
Wenn ich mich recht erinnere ging es seinerzeit vor allem auch darum, das Interview mit Daniel Miller in Deutschland zu veröffentlichen. Da gab es von den deutschen Fans desöfteren mal Anfragen. Daniel ist bei Depeche Mode-Fans fast so etwas wie eine Vaterfigur und unglaublich beliebt. Er ist auch mein Held. Und hätte ich ein Tattoo, dann wohl von Daniel Miller. Oder zumindest das MUTE-Logo auf ´ner Po-Backe … Das Release von „Spirit“ und die Tour-Daten passten jedenfalls wunderbar zu unseren Veröffentlichungsplänen. Klar, haben wir immer auch spekuliert, ob und wann ein neues Depeche Mode-Album kommt oder ´ne Tour ansteht. Aber gekommen wäre die limited Edition wohl so oder so, denke ich. Wenn man beim Verlag entscheidet, ´ne limitierte Sonder-Auflage zu machen, dann klingt das für uns Autoren zunächst erstmal sehr schmeichelhaft. Und nein, ich denke nicht, dass es weitere Sonderauflagen geben wird. Das wäre absurd.
 

(Video zu “Where’s The Revolution” von Depeche Mode, “Spirit”, Columbia 2017)
 
Diese Neuauflage ist allerdings nicht die einzige Ausgabe, die seit unserem Interview erschienen ist – inzwischen gibt es etliche internationale Versionen (u.a. eine englischsprachige – siehe hier). Wie kam es nach der deutschen Erstausgabe zu diesen? Welche gibt es denn im Detail? Haben diese Ausgaben alle den selben Inhalt? Welche Story steckt hinter jeder dieser?
Es gibt bei unserem Verlag eine Abteilung die sich mit der Vermittlung von Auslandslizenzen beschäftigt. Und die liebe Kollegin Inka vom AUFBAU-Verlag – über deren Anrufe wir uns immer sehr freuen – informiert uns dann über Anfragen aus dem Ausland. Wie die jeweiligen Verlage den Inhalt dann gestalten, also ob sie z.B. auf das eine oder andere Kapitel verzichten, weil ein Götz Alsmann in Polen kaum bekannt ist oder weil man einfach Produktionskosten sparen möchte, das erfahren wir eigentlich recht spät. Sascha und ich sind da aber auch ziemlich gelassen.
 
Wird auch die erweiterte Ausgabe wieder in verschiedenen Sprachen erhältlich sein?
Gute Frage. Keine Ahnung. Sascha? Hallo?
 
Euer Verlag Aufbau/Blumenbar wird nun auch ein Buch über das legendäre Musiklabel Mute veröffentlichen welches u.a. von Gründer Daniel Miller erstellt worden ist. Miller war der Entdecker von Depeche Mode und Mute für lange Zeit ihre Labelheimat. Hast du an diesem Buch mitgewirkt z.B. durch deine zahlreichen Sammlerstücke? Was erwartest du von dem im November erscheinenden Werk?
Sind wir doch mal ehrlich: dieses Buch ist längst überfällig. Oder? Ich meine guck dir die Künstler an, die mit MUTE gewachsen sind. Neubauten, Fad Gadget, Nick Cave, Depeche Mode, Erasure, D.A.F., NON, Throbbing Gristle, Holger Hiller, Moby, Goldfrapp … zuletzt New Order und Lee Ranaldo von SONIC YOUTH. Ich meine … Hallo? Dazu diese unglaublich liebenswerte Figur Daniel Miller, welcher fast nebenbei Popgeschichte geschrieben hat und dabei so unglaublich bescheiden geblieben ist. Als ich erfahren habe, dass dieses Buch ausgerechnet bei unserem Verlag erscheint, hätte ich mir vor Freude fast in die Hose gemacht. Es gab zwischendurch mal eine kurze Anfrage in Bezug auf Material aus meiner Sammlung, aber das verlief sich dann irgendwann im Sande. Aktiv mitgewirkt habe ich nicht, nein.
 

(Video zu “Memphis Tennessee” von Silicon Teens, “Music For Parties”, Mute 1980)
 
Was steht bei dir sonst so an? Weitere Bücher in Planung? Arbeitest du weiterhin als Grafiker?
Ja, Sascha und ich arbeiten gerade an einem zweiten Buch, welches beim VENTIL-Verlag erscheinen wird. Die Schwerpunkte des VENTIL -Verlags liegen in den Bereichen Poptheorie, Popgeschichte, Gesellschaftskritik- und -analyse sowie Cultural Studies. Der Arbeitstitel lautet „Behind the Wall – Depeche Mode-Fankultur in der DDR“. Eine großartige Sache, zumal wir großartiges Bild- und Textmaterial gesammelt und bekommen haben, welches einfach in Buchform verewigt werden MUSS.
 
Wie man hört engagierst du dich in der Kommunalpolitik. Wie kam es dazu?
Ich wurde gefragt, ob ich nicht Teil einer Wählergemeinschaft werden möchte, die sich kurz vor den letzten Kommunalwahlen in MV gegründet hatte. Ich organisierte zunächst den Wahlkampf und war für die Öffentlichkeitsarbeit unserer Truppe verantwortlich. Wir gewannen die Wahl auch gleich im ersten Wahlgang, holten die absolute Mehrheit in der Gemeindevertretung und lösten die ortsansässige CDU ab, die nach mehr als 25 Jahren abgewählt wurde. So kam es dazu.
 
Was erhoffst du dir von Depeche Mode in den nächsten Jahren? Denkst du sie werden weiterhin im 4-Jahresrhythmus Alben veröffentlichen und touren?
Ach, ich glaube, die können gar nicht aufhören. Künstler, die seit Jahrzehnten die Metropolen der Welt bereisen, können nicht irgendwann zu Hause hocken und Däumchen drehen. Das Tempo der VÖs wird sich vielleicht ändern, die Touren werden kürzer, aber Platten werden sie wohl weiterhin machen. Und machen wir uns nichts vor: Depeche Mode ist – neben allen künstlerischen Aspekten – vor allem auch eine Gelddruckmaschine. Und das meine ich überhaupt nicht abwertend.
 
Wünsche für die Zukunft?
Freude am Leben. Gesundheit. Herzlichen Dank für deine Fragen 🙂
 

Websites:
Depeche Mode
Depeche Mode @ Facebook
Mute
Mute @ Facebook
Mute Deutschland @ Facebook
Depeche Mode Monument
Aufbau/Blumenbar

 

[Music & Interview]: Luettringhouse

 

Music & Interview

Luettringhouse

 

Interview:

Father and son spinning records together as DJ team. We are not sure but we think that’s a novum. Could you both please tell us something about you, what you do in your normal life, your youth and what kind of music you listened to at that time?
Jörg: I am a married state certified technician in engineering, aged 43 and a father of three. Besides Felix, there are Kida (14) and Laila (11). As a boy, I was very much into skateboarding and was mostly listening to rock or heavy metal like AC/DC, Metallica and Danzig, but also to EBM or industrial bands like Ministry.

Felix: I am 21 years old and graduated last year in our hometown in Heidelberg, where I live as well. Most of my time is consumed by music, but I have a side job in Mannheim and travel a lot to visit bigger cities and festivals. I’ve been doing that for as long as I can remember, the first concert I went to was “Die Ärzte” around 2008 or something. After Rock and Metallica , I got into hip hop for a while as well. Then around 2011 I started to really get into dance music.
 
When did you start with djing as solo artist?
Jörg: I got my Technics 1210 MKII and my Vestax PMC-46 at the turn of the year 1993 /1994 so I could play the tracks I wanted to listen to, mix them the way I wanted to and to record sets as I would like to hear them. So it was a very egoistical reason.

Felix: After my 18th birthday in 2013.
 
Luettringhouse 1
(Luettringhouse)
 
When and who came up with the idea to play together?
Felix: It just kind of happened, as I came home from a party and started playing, at some point my father walks in and goes “what’s that” and “have you ever heard of Blablabla” and we started playing together for a while. This became a regular thing and this was kind of the inception.

Jörg: Yes, after being very sceptical of digital djing for a long time, I tried Felix´ controller a Pioneer DDJ-SX on said day and realized its amazing possibilities with loops and cue points. A couple of weeks later, I bought a NI Traktor S8 for myself and one day we had the idea to connect the two controllers together so we would be able to play together. This was the beginning of our two controller style, which we still practice to this day.
 
Luettringhouse 2
(Jörg from Luettringhouse)
 
What’s your favourite style? Who are the DJs and producers who inspire you?
Felix: Ha, the question I most looked forward to! My favorite style is hard to put into words, as it’s somewhere in between slow-rolling techno and progressive house, an atmospheric experience of sorts. My absolute hero in terms of DJing is John Digweed and if you’d like to know what I was just trying to describe, he is the de facto master of said style, in my opinion and his mixing skills are just out of this world. Favorite DJane is, without question, Monika Kruse! The queens connection with her fans and her lovable presence are particularly noteworthy. My favorites of the younger generation are Layton Giordani, as his feeling for timing and vocals seems so perfect to me! I get a lot of my inspiration from his productions. The same goes for SHDW and Obscure Shape, their grooves and timing are so awesome. I also learned so much from Jonny Miller and Paul Thomas, my two former teachers from London, where I studied at the SubBass academy. Last but not least, I have to mention Robert Babicz, as I have one of his melodies tattooed on the back of my shoulder.

Jörg: Techno. Dark, hard, dirty, industrial which may contain some epic melodies. In the nineties, above all else, it was Sven Väth to me, as I was lucky enough visiting Omen club Frankfurt between March 1993 and its closing in 1998 and experienced awesome, ecstatic nights where he was always part of the crowd, despite his steadily growing fame. Musically, I was influenced by producers like Christian Vogel, Tobias Schmidt, Neil Landstrumm, Robert Hood, Jeff Mills and I have bought nearly every release on Djax Up Beats (favorite Random XS) and not to forget the harder sound from Berlin, especially Dj Tanith, who is still one of the djs who can make me dance through his whole sets. Besides him there are Sunil Sharpe, Max Durante and Ancient Methods playing the way I would like to hear techno. Not only their extraordinary mixing skills impress me, but they all release productions which I mostly buy. Another great act is Orphx and I fell in love with Fred Umwelt, Headless Horseman and Furfriend.
 
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(Felix from Luettringhouse)
 
Do you also listen to other stuff than techno and house?
Jörg: Not really at the moment. Of course I kept all the music from my youth and I bought the latest Metallica album, but I rarely listen to other music.

Felix: Yeah, I recently rediscovered my love for old-school hip hop in a way and I’m very high on soundtracks as well.
 
Luettringhouse 4
(Luettringhouse)
 
When you guys select the stuff for a night playing together, who choose the records, who owns them? What is the process?
Felix: We choose our own records separately and always own them ourselves. When we know our time slot, we have a chat about what the crowd most likely wants at that point and talk about what we could do. Jörg is very high on feeling what the crowd wants at that very moment, while I love to be prepared for every scenario. But being prepared doesn’t mean anything is carved in stone or is recorded beforehand and just being played, of course.

Jörg: Exactly, In the beginning we were showing the tracks we wanted to play to each other so that the other one could react. But by now, we know each other’s styles so well that we do not need to know which tracks the other one has chosen beforehand, to be able to perform up to our standards. This is of course very important to us because of our different styles. We have different types of playing together. Sometimes we change every two or three tracks, sometimes after 15 or 30 minutes. One does the start, the other one does the finish. Sometimes we play doubletrouble with up to four decks or two decks plus remix decks. It´s always interesting because there are two people and therefore two separate brains involved, which creates something one could not make up on his own.
 
Luettringhouse 5
(Luettringhouse)
 
Where did you already play together? Which was your favourite spot? Any nice anecdotes?
Jörg: Sucide Circus and Tresor Berlin, Nachtleben Frankfurt and Villa Nachttanz in Heidelberg, where we already have been hosting our own event series called „Generations“ five times. My favorite spot will always be Tresor. Well, when before we were going to play there in 2015, we were sitting in our apartment. We had diner and took a rest so we just had slept for an hour or two. After waking up again and realizing that we were now about to play at this huge place of techno history, we both were like „yeah well… I had a great pizza and some sleep so it would be okay to just go home now.“ (We were absolutely terrified) Luckily, we called a taxi, went to Tresor instead of the train station and played the opening set, which was one of the greatest moments in my life. Besides Omen in Frankfurt, Tresor has always been the most important club to me. I first went there after the Loveparade in 1994 and 21 years later, I was playing there with my own son. It was that magic feeling that I got a Tresor tattoo on my left arm for, exactly one month later.

Felix: And we have the Suicide Circus coming up this Friday coming up for the third time, where we’ll close the show for Tanith and Wolle XDP for the first time, as we had the honor to open twice for them in the past (thanks guys!). Then, on Monday, we’ll play an afterhour at Grießmühle. And in terms of anecdotes, nothing out of the usual craziness that is this scene, although it felt pretty great to be able to perform at places where so many of my heroes had stood before.
 

Next Gigs:
14-04-2017 @ Suicide Circus, Berlin (Germany)
16-04-2017 @ Griessmühle, Berlin (Germany)

 

Exclusive Set:

 

Tracklist of Exclusive Set:
01. Layton Giordani – Fire Eyes
02. Pig&Dan, Adam Beyer – In Love
03. Layton Giordani – Dragon Fly
04. Durtysoxxx – Deja Vu (DJ Preston Remix)
05. Fabio Giannelli – The Three
06. Danny Fontana – Cormica
07. Radio Slave – Vision (SHDW & Obscure Shape Remix)
08. Escape to Mars – S1611
09. Supersimmetria – Reflection
10. Niukid – Shankareti
11. Ascetic – Exegesis (Unhuman Remix)
12. Umwelt – Slave To The Rave
13. UVB – Intolerance
14. Robert Babicz – Bloom (Oliver Schories Remix)
15. Steam Shape – Poppies
16. Alberto Ruiz – Kryptonita
17. Perc – Bin Juice
18. EeOo – Pearson Operator
19. Ancient Methods – Systems
20. Frankyeffe – Click Like
21. Timmo – Intensify
22. Layton Giordani – Euphoria
23. Florian MSK – L Insondable Grandeur De L Ombre
24. Supersimmetria – Refraction
25. Evigt Mörker – Unity And Rose

 

Websites:
Luettringhouse

 

[Special]: Interview with Bryan Black aka Black Asteroid

 

Finally it is online – our interview with Bryan Black (Black Asteroid and MOTOR). We did it at Ruby’s, an Italian restaurant near Schlesisches Tor, on the 28th November 2013. We want to say a big THANK YOU to Bryan (for the possiblity to interview him), Nadia Morganistik (for the help during the interview and the great photos) and Mike (for having a second ear to transcript the interview).

Read interview here. Also check out his mixtape he sent us in December.

 

[Special]: English Interview with Dennis Burmeister, co-author of “Monument”

 

We have it…. The English translation of our interview with Dennis Burmeister just dropped in and is online…

Dennis is co-author of the latest fan book about Depeche Mode called “Monument”. The book features a detailed discography, many pictures and great interviews. We asked Dennis some questions about Depeche Mode and the book.

Enjoy our interview which is packed with some extras!

Read the English interview here or enjoy the German version.